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Damals wars. Teil 1

 

DDR Autobahn bei Chemnitz 1985 ( Martin Celeste)

"Früher ging es uns gut, heute geht es uns besser. Es wäre besser es ging uns wieder gut!"
Dieses Zitat habe ich von meinem Vater. Und wie ich finde, passt dieser Ausspruch perfekt in unsere Zeit. In einer mehrteiligen Serie werden wir einmal vergleichen, was sich verändert hat in den vergangenen 40 Jahren.

Denn aktuell ist die Gesellschaft in einer Phase, wo man eigentlich gern davonlaufen möchte. Egoismus, Gleichgültigkeit und Missgunst bestimmen unseren Alltag. Dazu noch die Corona Pandemie und die Einstellung des Menschen, ihm gehöre der Planet, machen den gesellschaftlichen Super Gau fast perfekt. Ja merkt ihr es noch? Was ist denn los mit euch Menschen da draußen? Habt ihr vergessen wo ihr her kommt? Oder wie es bis 1989 hier im Osten so war?

Wahrscheinlich ist es sinnvoll, sich mal an vergangene Zeiten zu erinnern. Okay, jetzt werden einige sagen, wer in der Vergangenheit schwelgt kommt mit der Gegenwart nicht zu recht! Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil. Denn wir sehen die Zeit als Chance, als Möglichkeit etwas zu ändern, und finden die aktuelle Situation als Herausforderung.

Aber zurück in die Vergangenheit. Sagen wir Mitte der 80 Jahre vielleicht. Jeder hatte Arbeit, etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Wer fleißig war konnte sich eventuell sogar ein Auto leisten, auf das er 18 Jahre oder länger warten musste. Nachbarschaftshilfe war an der Tagesordnung und der Zusammenhalt in der Gesellschaft war bis auf wenige Ausnahmen sehr groß. Vitamin B - also Beziehung war mit das Wichtigste was man und Frau haben musste. So konnte man mit wenigen Mitteln viel erreichen. 
Wir hier im Osten lebten eher bescheiden. Vieles wurde wiederverwertet, wir hatten ein funktionierendes Pfandsystem und Rohstoffe wurden sorgfältig verplant und verbaut. So hielten die Dinge deutlich länger als es heute der Fall ist.
Der Neid untereinander war viel schwächer ausgeprägt und das Leben war insgesamt ruhiger.
Lange Urlaubsreisen waren aus politischen Gründen fast ausschließlich nur in den Ostblock möglich, und Flugreisen praktisch nicht existent. Aufgrund des Mangels an Benzin und Diesel blieben Tankstellen leer und Autos stehen. Schwere Güter wurden über ein durchaus respektables Schienennetz transportiert und direkt zu den verarbeitenden Betrieben geliefert. Denn fast jeder große Betrieb besaß einen eigenen Gleisanschluss. Und dabei war das Fahren mit der Bahn erschwinglich und vielerorts möglich. Viele hatten einen kleinen Garten und konnten Gemüse für den eigenen Bedarf anbauen.
Sicherlich gab es auch Schattenseiten der DDR. Keine Frage. Doch die sind ein völlig anderes und eigenes Kapitel. Denn in diesem Artikel soll es um die Verschwendung und Fehlplanung im Verkehrssektor in der heutigen Zeit gehen. 

Also zurück in das hier und jetzt im Jahr 2021. 

Laut statistischem Bundesamt waren Anfang 2021 ca. 59 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Davon waren 48,25 Millionen PKW, 4,66 Millionen Krafträder, 3,41 Millionen LKW und 2,3 Millionen Zugmaschinen. Statistisch gesehen heißt dies, dass jeder 2. einen PKW besitzt.
In der DDR waren 1988 etwa 3,7 Millionen PKW zugelassen. Bei ca. 16,5 Millionen Einwohnern  bedeutet dies, dass jeder 5. bzw. anders gerechnet, jeder 55 Haushalt einen PKW besaß. Insgesamt waren 7,5 Millionen Kraftfahrzeuge zu dieser Zeit zugelassen. 
Aktuell wären das 2,5 PKW pro Haushalt!!! Eine erschreckende Steigerung wie ich finde.
In der DDR war die durchschnittliche Jahresfahrleistung mit 9300 km relativ gering.
Im Jahre 2021 beträgt die Jahresfahrleistung 15 000km pro Person in der BRD. 
Insgesamt wurden 2020 etwa 51,9 Millionen Tonnen Kraftstoff verbraucht. Davon waren 60% Diesel, 30% Benzin und der Rest waren Bio - Kraftstoffe.
In der DDR waren es 1989 16 Millionen Tonnen.
Anders gesagt, die Deutschen haben im vergangenen Jahr etwa 700 TWH (Terrawattstunden) für die Fortbewegung mit Fahrzeugen und anderen Fortbewegungsmitteln aufgewendet. In der DDR waren es ca. 130 TWH.
Warum ich dies in Terrawatt angebe? Ganz einfach. Ich möchte den Lesern zeigen, wieviel wir an Energie ganz einfach sparen könnten. Wie? Wieder ganz einfach. Mit Elektromobilität. 
Aktuelle Verbrennungsmotoren haben einen Wirkungsgrad von ca. 40%, mal mehr oder weniger. Also 40 Prozent der aufgewendeten Energie wird in Fortbewegung umgewandelt. Der Rest ist Abwärme und verpufft einfach in die Atmosphäre. Elektrofahrzeuge haben einen Wirkungsgrad von 95% und mehr. Also 95% der Energie wird zur Fortbewegung genutzt. 
Wir würden also die 2/3 der Energie einsparen können, um die selbe Strecke zu fahren. 
Und warum nun der Vergleich mit der DDR? Auch wieder ganz einfach. Die Bürger der DDR waren bescheidener. Haben einfach viele Strecken mit Rad oder ÖPNV zurück gelegt. Auch eine Auswirkung der Mangelwirtschaft.
Im hier und jetzt muss gefühlt jedes Kind persönlich zur Schule gebracht werden. Auch wenn es nur ein paar hundert Meter von der Schule wohnt. Und das ganze wenn möglich in einem Pseudo SUV. Also 2 Tonnen schwer, geländegängig wie ein Audi R8, Frontantrieb und Hubraum wie eine Rangierlock . Was soll der Scheiß? Ganz klar haben richtige Geländewagen, von denen es nur sehr wenige noch gibt, ihre Berechtigung. Sie verrichten oftmals Job´s, wo kein anderes Fahrzeug hin kommt. Leisten Schwerstarbeit und helfen Menschen rund um den Globus. Doch muss man oder eben Frau mit so einer Karre, die nix kann und Unmengen Sprit säuft, den ganzen Tag durch ein Ballungszentrum gurken? Bestimmt nicht.
Es sollte Menschen mal wieder bewusst werden, wie verschwenderisch wir mit den Rohstoffen unseres Planeten umgehen! Umdenken und nicht meckern das der Sprit so teuer ist wäre angebracht!. Und es gibt schon einige Autos, die mit Elektro die selbe Reichweite wie Benziner oder Diesel haben!  
Also worauf noch warten? Einfach mit gutem Beispiel voran gehen!

 

 

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